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Lauiloch

Lange ist es her, seit wir die letzte Höhlentour unternommen haben. Nun war es endlich wieder soweit, wir besuchten das Lauiloch im Muotathal.

Die Höhle befindet sich auf der rechten Talseite auf einer Höhe von 767 m.ü.M. Das Lauiloch besteht aus einem grösseren, teilweise aktiven Höhlenlabyrinth mit schönen Gangformen. Die Erforschung des Lauilochs ist noch nicht abgeschlossen. Die Weiterforschung ist jedoch Höhlentauchern vorbehalten.

Die Höhle hat eine vermessene Länge von 4500 m und eine Vertikalausdehnung von 180 m.

Nachdem ich mit Mike die genaue Lage und den Eingangsbereich vorgängig auskundschaftet hatte (danke Marco für den Beschrieb des Höhleneingangs), war es dann am letzten Sonntag  2. April 2006 endlich soweit: wir wagten einen ersten Vorstoss in das Berginnere. Da es sich um ein aktives Höhlensystem handelt, waren wir natürlich gespannt wie weit wir bei der herrschenden Schneeschmelze und den starken Niederschlägen der letzten Tage überhaupt vorstossen können. Immerhin war das Wetter nun schön und mit einem plötzlichen Wassereinbruch war nicht zu rechnen. Ausgerüstet mit Helm, Karbidlampe, Overall und einigem technischen Material begaben wir uns zum Höhleneingang. Nach kurzer Vorbereitung stiegen wir in die ewige Dunkelheit ein, der Höhlengang geht steil empor, ist aber in gebückter Stellung gut zu begehen. Nach einigen Höhenmetern Aufstieg kurz nach dem „Franzosenquartier“ macht der Gang einen Rechtsknick, von diesem Punkt an führt der Gang konstant bergab, ein aufrechtes Gehen ist nur an ganz wenigen Stellen möglich. Nach einiger Zeit zweigt ein schmaler Gang steil nach rechts hinunter. Es handelt sich um das Bärenloch, diesen Gang wollten wir auf dem Rückweg noch genauer anschauen. Nun hörten wir Wasser rauschen und erreichten den „Tanzplatz“, wo etwas Wasser fliesst und in einem engen Abfluss wieder verschwindet.  Hier macht der Hauptgang eine eindrückliche Spitzkehre und steigt wieder an. Von diesem Gang habe ich schon Fotos gesehen, bei welchem ein Bach herunterschiesst, bei uns floss allerdings kein Wasser. Dies liess uns hoffen, dass der Nymphensee, welchen wir nach wenigen Metern Aufstieg erreichten, nicht zu hoch stünde. Doch weit gefehlt, der See reichte bis an die Höhlendecke, leider! Für uns gab es hier kein Weiterkommen mehr, denn der See wäre nur mit einem Tauchgang zu überwinden. Schade, aber eigentlich hatten wir das ja erwartet, eine Begehung im Winter wäre die bessere Variante gewesen. Nun inspizierten wir noch den Gemsgang, eine sehr enge Angelegenheit, aber interessanterweise liesse sich so der Nymphensee umgehen, theoretisch jedenfalls (siehe Höhlen-Plan). Im senkrechten Schacht hängt zwar ein Seil, der Schacht ist aber derart eng, dass es sehr beschwerlich wäre dort weiter zu gehen! Zudem wussten wir beim besten Willen nicht was uns danach erwarten würde. Deswegen kehrten wir wieder zum Tanzplatz zurück, nahmen uns Zeit für einige Fotos und auch für einen kleinen Mittagsrast. Danach wagten wir einen Abstecher in das Bärenloch, nass, eng und mühsam, liegend führte uns da

s Bärenloch weiter abwärts ins Innere des Berges. Unter uns ein unheimliches Rauschen eines Baches, es machte den Anschein, dass auch dieser Gang zeitweise ziemlich viel Wasser führt. Dieser Umstand und das dauernde Rauschen des Baches liess meine Gedanken etwas rotieren. Die Vorstellung eines plötzlichen Wassereinbruches lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Der Gang endet in einem schmalen Spalt, wir riskierten es nicht dort weiter zu gehen, da die Fortsetzung nicht einsehbar war und wir nicht unbedingt dort unten festsitzen wollten. Also machten wir kehrt und robbten den Gang wieder hinauf. Nach etwa drei Stunden hatte uns das Tageslicht wieder, wir wollten aber noch mehr und besuchten auch noch die „Obere Höhle“. Diese führt einige Meter bergauf in einen meist engen, schmutzigen Gang, welcher in Schutt und Geröll endet. Wer hier graben möchte, findet vielleicht eine Fortsetzung. Viel Spass beim Graben!

Wir werden im Sommer ganz bestimmt einen weiteren Versuch unternehmen, denn es gibt noch viel zu sehen im Lauiloch. Dazu muss es aber einige Zeit trocken sein. Die Wetterlage muss stabil bleiben und Gewitter dürfen keinesfalls im Anzug sein, dies wäre wahrscheinlich eine sehr grosse Gefahr in dieser Höhle.

Wer diese Höhle unbeschwerlich und ohne Risiko besuchen will macht am besten die virtuelle Tour durch unsere Fotogalerie !

Red. Werner Bindschedler / 07.08.2006