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Lauiloch
 

Knapp 2 Jahre nach unserem ersten Besuch im Lauiloch wagten wir einen weiteren Vorstoss in die unterirdischen Bachläufe des Höhlensystems. Nachdem wir bisher den Nymphensee nie überwinden konnten, waren wir dieses Mal guten Mutes und die lange Kälteperiode mit Dauerfrost liess uns hoffen. So stiegen wir am vergangenen Sonntag um ca. 10.30 Uhr in die angenehm „warme“ Höhle ein. Mit von der Partie: Werni, Mike und neu im Team Erik, die Höhlenjungfrau. Es war Eriks erste Höhle und es sollte nicht seine letzte sein, denn seine Begeisterung kannte keine Grenzen. Den Weg bis zum Nymphensee legten wir zügig zurück und erreichten ihn nach 20 Minuten (Beschreibung im Bericht von 2006). Der Wasserstand war sehr tief, so dass wir ein erstes Mal in den hinteren Teil der Höhle gelangten. Bald stiessen wir an eine gut 15 Meter hohe Wand, die mit einer Kette gesichert und mit Tritten ausgebaut war, so stellte diese Wand kein Problem dar. Der immer enger werdenden Gang stieg über kleinere Felsstufen weiter an und führte zu einer Leiter. Gleich danach erreichten wir nach etwa 45 Minuten die Verzweigung „Kaminfeger“-„Schlitzgang“, wir entschieden uns für den „Schlitzgang“. Nun wurde es richtig eng, die gut 10 Meter lange Engstelle musste liegend und ohne Rucksack bewältigt werden, ein beklemmendes Gefühl kam auf. Gleich nach dem „Schlitzgang“ mündete von oben auch der „Kaminfeger“ wieder in den Hauptgang ein. Wir verfolgten weiter den Hauptgang, und bald führte dieser steil ins „Tobel“ hinunter (siehe Plan), ein vorhandenes Seil leistete beim Abstieg gute Dienste. Das „Schwarze Meer“ ist ein See mit kristallklarem Wasser, auf Steinen konnte man den See bei diesem Wasserstand gut durchwaten. Der Gang ist sehr niedrig und relativ mühsam zu begehen. Etwas weiter führte eine lose Leiter eine Stufe hinunter zur „Stefansquelle“, danach ging es kurz horizontal weiter, ehe es wieder eine hohe Felsstufe zu bewältigen galt. Zu Beginn der Stufe ist ein Seil vorhanden, danach eine rostige Leiter. Erik testete die nicht ganz vertrauenserweckende Leiter. Sie hielt der Belastung stand, also folgten wir Erik die senkrechte Wand empor. Unmittelbar nach der Leiter führt ein stollenartiger Gang etwa 45 Grad hinunter. Ein Seil entpuppte sich in diesem äusserst rutschigen Gang als sehr hilfreich. Erik wäre wohl etwas schneller unten gewesen, wenn er das Seil nicht zur Verfügung gehabt hätte (schade war ich nicht bereit zum Fotografieren)! Bald darauf führt eine kurze Aluleiter hinunter zum Szyllasee, wo wir unser Ziel nach 1 Std. 20. Min. erreichten. Hier war nun für uns definitiv die Höhle zu Ende, obwohl nach diesem See die unterirdische Welt nochmals eine weitaus grössere Ausdehnung hat. Leider ist der Teil hinter dem See nur noch Tauchern zugänglich. Jetzt hiess es erst einmal picknicken und danach gestärkt den Rückweg in Angriff zu nehmen, dieses Mal aber durch den „Kaminfeger“ statt der Murkserei im „Schlitzgang“. Der Aufstieg in den „Kaminfeger“ war aber auch nicht ganz ohne, sehr steil und rutschig führt der Gang nach oben. Knapp an der Grenze des Möglichen (ohne Steigklemmen) wurde diese Wand von uns bezwungen, es kostete allerdings etwas Kraft, vor allem wenn der Rucksack hängen bleibt (gäll, Erik !).

Anschliessend führt der „Kaminfeger“ in mehreren Felsstufen wieder hinunter bis zur Verzweigung des „Schlitzgangs“. Einige Meter von hier entfernt zweigt genau über einer Felsstufe ein enger Gang nach oben ab: der „Wolfgang“. Erik, unsere Höhlenjungfrau, fühlte sich dermassen wohl im Lauiloch, dass er nicht genug bekommen konnte. So kletterte er umgehend in den „Wolfgang“, während wir die Rucksäcke deponierten und ihm folgten. Eng, aber eigentlich sehr gut zu begehen, führt der Gang knapp 40 Meter kontinuierlich nach oben, ehe er eine imposante Spitzkehre macht und ebenso kontinuierlich wieder nach unten geht. Erik war fast nicht mehr zu halten und wollte unbedingt weiter vordringen. Laut Plan führt dieser Gang wieder in den Hauptgang. Zuerst waren ein paar Spalten zu überklettern, bevor es wieder richtig eng wurde, ohne Rucksäcke ging es aber relativ gut voran. Nach weiteren vielleicht 30 Metern führt der Gang jedoch in einen engen, mit einem Seil versehenen Schacht. Erik wollte eigentlich zuerst dort hinunter, doch hier musste ich mein Veto einlegen! Das Risiko wäre zu gross gewesen, unser Material inkl. Ersatzlampen und Batterien lag in den Rucksäcken und wohin der Schacht führte, war nicht ersichtlich. Also traten wir den Rückweg an, obwohl wahrscheinlich nur wenige Meter gefehlt hätten. Beim „Tanzplatz“ musste Mike unbedingt noch den Abfluss inspizieren, dieser führt theoretisch in den „Windgang“. Nach einigen Metern in diesem engen Gang musste er aber umkehren, offensichtlich ist dort unten ein Siphon vorhanden, welcher ein Weiterkommen verhindert.

Wie auf dem Plan ersichtlich ist, führt auch das „Bärenloch“ zum „Windgang“, nach 20 Metern stösst man jedoch auf einen sehr engen Spalt. Es war jedoch nicht klar, wie tief jener Spalt ist und wie es danach weitergeht, so liessen wir es bleiben und begaben uns allmählich zum Ausgang. Draussen war es sehr kalt, so verweilten wir nicht mehr lange vor der Höhle und nahmen den kurzen, aber durchaus heiklen Abstieg zur Strasse unter die Füsse. Erik bot dann auch hier mit einem Ausrutscher eine Showeinlage, ich war noch nicht einmal fertig mit Lachen, als ich im auf dieselbe Weise folgte!

Das Lauiloch ist gut zu begehen, Trittsicherheit und etwas Kondition bleibt aber Voraussetzung. Meist ist kein aufrechtes Gehen möglich, dies hat sich bei mir jedenfalls in Form eines üblen Muskelkaters die nächsten 3 Tage bemerkbar gemacht.

 

Achtung, trotz des guten Ausbaus ist diese Tour kein Sonntagsspaziergang, eine gewisse Erfahrung und eine gute Ausrüstung sollte man unbedingt mitbringen. Zudem gehört das Lauiloch zur Sorte der aktiven Höhlen, das heisst: die Höhle führt Wasser und kann komplett überfluten, Siphons können den Rückweg blockieren. Nach meiner Einschätzung ist die gesamte Höhle hinter dem Nymphensee als sehr wasseraktiv einzustufen, ein Wassereinbruch infolge eines Gewitters hätte fatale Folgen und könnte tödlich enden!!! Daher meine Empfehlung: besucht diese Höhle im Winter bei Temperaturen unter Null Grad, oder wenn es sein muss im Sommer während einer Schönwetterperiode ohne Gewitterrisiko! Diesen Höhlenbeschrieb habe ich nach bestem Wissen selber verfasst, für die Richtigkeit übernehme ich keine Garantie. Mein Bericht soll nur einen Eindruck vermitteln, was einem im Lauiloch erwartet. Jeder Höhlenbesucher macht seine Tour auf eigene Gefahr!!!

Wer diese Höhle unbeschwerlich und ohne Risiko besuchen will, macht am besten die virtuelle Tour durch unsere Fotogalerie !Höhlenplan

Red. Werner Bindschedler / 18.01.2009