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Schneckenloch

Endlich wieder einmal vereint, das Höhlenteam der Spitzenklasse! Diesmal geht es für einmal ins nahe Ausland, genauer gesagt nach Österreich zum Vorarlberg. Wir treffen uns in Schönenbach, von wo aus wir die Tour starten. Vor uns wartet ein Fussmarsch von etwa einer Stunde (ca. 3.5 km) und etwa 250 Höhenmeter, also ein gemütlicher Spaziergang. Das Wetter trüb, aber nachdem es zwei Tage geregnet hatte glücklicherweise trocken. Das wir uns in Österreich befinden wird uns schnell klar, hier sind sogar die Höhlen mit Wegweisern ausgeschildert, die Zeitangabe am ersten Wegweiser 45 Minuten. Nach gut 20 Minuten Marsch stossen wir auf eine Verzweigung, kein Problem wieder weist uns ein Wegweiser die Richtung, wir stutzen nur über die Zeitangabe von nun 40 Minuten! Von weitem sehen wir nun einen Wasserfall, in deren Nähe soll sich der Eingang befinden, es geht nun auch etwas steiler einen Bergweg empor. Weitere 20 Minuten später der nächste Hinweis mit Zeitangabe, jetzt sind es plötzlich noch 50 Minuten bis zum Eingang??? Hey wir sind in Österreich - alles klar, oder gibt es noch Fragen! Die Vorgegebenen 50 Minuten schaffen wir nun spielend weiteren höchstens 20 Minuten, dabei müssen wir noch spektakulär einen Bach überqueren, ein Fixseil kommt uns hier aber gerade recht.

Jetzt stehen wir vor einem wirklich gigantischem Höhleneingang, schon im Eingang könnte man ein Haus hineinstellen! Bevor wir einsteigen verpflegen wir uns noch und bereiten uns für die Höhle vor. Endlich geht es los, wir steigen eine Geröllhalde hinunter welche in den Berg führt, anschliessend steigt es mässig steil über Geröll weiter an. Irgendwie kommt kein so richtiges "Höhlengefühl" auf, alles ist so riesig, das Licht reicht nur einige Meter und verschluckt sich in den riesigen Gängen. Sogar mein grosses Blitzgerät reicht nie und nimmer aus die Hallen und Gänge auszuleuchten. Komme mir vor wie auf einer Nachwanderung, fast etwas langweilig. Nach einiger Zeit folgt eine kleine Kletterei, aber mit dem montierten Fixseil bietet dies keinerlei Schwierigkeiten. Endlich wird es etwas enger, ja ganz kurz sogar ziemlich eng, fast wie in einer richtigen Höhle! Sehr interessant sind aber die vielen Bäche, zeitweise wandert man in richtigen Bergbächen, vorbei an einem schönen Wasserfall. Ja, hier kann man auch Duschen (gäll Reto), Österreich ist ja bekannt für Wellness. Beim Wasserfall scheint das Ende erreicht zu sein, doch wer genauer hinsieht, entdeckt dahinter einen kleinen Gang der weiter ins Bergesinnere führt, selbstverständlich gehen wir hier weiter und erreichen dann doch noch das Ende des Hauptganges, zurück geht es auf dem selben Weg, wobei wir noch einige spannende Seitengänge erkunden, interessant ist, dass diese uns meist immer wieder irgendwo in den Hauptgang führen.

Die Höhle beherbergt noch ein oberes Stockwerk, welches aber schwerer zu erreichen ist, den Zugang haben wir gefunden und wird uns wohl an einem weiteren Höhlentag beschäftigen. Da die Anreise aber doch eher weit ist und der Winter vor der Türe steht, wohl nicht mehr in diesem Jahr. Daher machen wir uns daran, wieder in Richtung Tageslicht zu marschieren, vorbei an riesigen Blöcken steigen wir über Geröll zum Ausgang.

Bevor jeder von uns wieder den Heimweg antritt, gehen wir alle zusammen noch etwas feines Essen. Freundlicherweise wird uns, so schmutzig wie wir sind, im Restaurant Einlass geboten. Einzige Bedingung der Wirtin, wir müssen uns auf alte Zeitungen setzen, dafür haben wir selbstverständlich Verständnis! Herzlichen Dank an das ganze Höhlenteam, speziell an Reto für das feine Essen!

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 Red. Werner Bindschedler / Oktober 2010