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Unterirdischer Bachlauf in der "Chäseren" 2008

Nachdem Mike von einem Bach, welcher in einer Felsspalte verschwindet, berichtete und auch gleich noch ein paar Fotos lieferte, weckte das bei mir logischerweise grosses Interesse. Ich versuchte sogleich unser bereits bekanntes Höhlenteam zusammenzutrommeln, was leider nicht ganz gelang. Mit reduziertem Team nahmen Marco, Pascal, Mike und Patrice sowie meine Wenigkeit am vergangenen Freitag eine erste Erkundung in Angriff. Berichtet wurde von drei Höhlen, alle innerhalb weniger Minuten Fussmarsch. Mit dem Auto konnten wir bis zur einer nahe gelegenen Alp fahren, was aber nur mit entsprechender Bewilligung erlaubt ist.

Keine fünf Minuten von der Alp entfernt befindet sich das erste vielversprechende Objekt, ein kleiner Bach verschwindet hier in einer Felsspalte. Einige Meter davor befindet sich eine noch schneebedeckte grössere Doline. Auf den ersten Blick lässt die Doline eigentlich gar keine Höhle vermuten, doch das Rauschen eines Wasserfalles verrät Gegenteiliges!

Zwischen einigen verklemmten Blöcken hindurch zwängen wir uns in eine kleine Halle, wo der Bach in Form eines kleinen Wasserfalls in die Höhle eindringt und in einen Gang steil ins Berginnere fliesst. Marco war etwas überrascht, als ich zu verstehen gab, dass ich dort runter wolle. Um weiter vorstossen zu können richteten wir also einen Standplatz ein und bereiteten das Seil für die Sicherung vor. Etwas ungläubig sahen mir meine Kollegen zu wie ich den Klettergurt anzog, der geht doch tatsächlich dort hinunter! Das Problem lag eigentlich nur daran, dass am Wasserfall vorbeigegangen werden musste und dies könnte eine nasse Angelegenheit werden. In der Zwischenzeit stieg Pascal noch mal nach oben um die Wettersituation zu beurteilen. Zieht eventuell noch ein Gewitter auf? Das wäre bei dieser Höhle fatal und hätte den sofortigen Abbruch der Aktion zur Folge gehabt, doch die bedrohlichen Wolken hatten sich verzogen.

Mit Regenhosen aus Gummi und einer etwas undichten Regenjacke geschützt wagte ich den Abstieg um den Wasserfall, nicht unbedingt eine gemütliche Angelegenheit. Entgegen meiner Vermutung entpuppte sich der Gang als recht gross, aufrechtes Gehen war möglich. Er neigte sich etwa im 45 Grad Winkel hinunter, über kleinere Felsstufen erreichte ich nach etwa 25 Metern eine ca. 3 Meter tiefe Wandstufe, wo die Wassermassen wieder in Form eines Wasserfalles hinunterstürzten. Der Gang machte gleichzeitig beinahe eine 180 Grad Wende und floss in entgegengesetzter Richtung weiter. An dieser Stelle hiess es nun vorerst einmal „Übung abgebrochen“. Um weiter in die Höhle einzudringen, wäre es von Vorteil, einen weiteren Standplatz einzurichten. Auch der der Wasserstand dürfte etwas tiefer sein, dies würde die Begehung etwas erleichtern, da sonst bessere Kleidung unabdingbar ist! Um den Fotoapparat nicht diesen widrigen Umständen auszusetzen, liess ich ihn oben bei den Kollegen. So ganz ohne Fotos wollte ich es aber nicht belassen, so entschloss ich mich die Kamera zu holen und nochmals abzusteigen.

Noch ein Tipp am Rande erwähnt: Wer sich zum Fotografieren hinlegt um eine bessere Perspektive zu erhalten, sollte Folgendes unbedingt beachten: man lege sich so hin, dass das Wasser nicht von unten in die Hosenbeine fliessen kann! So geschehen bei meinen Fotos (was man nicht alles in Kauf nimmt für ein paar exklusive Fotos !).

Anschliessend, das heisst, nachdem ich mich von Kopf bis Fuss neu eingekleidet hatte, inspizierten wir noch zwei bis drei weitere Löcher, jedoch ohne noch irgendwo einzusteigen. Diese und weitere interessante Objekte in der „Chäseren“ werden wir demnächst wieder besuchen.

Virtuelle Tour durch die Höhle in unserer Fotogalerie !

Red WBi Juni 2008