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"Stiereloch"

Nachdem ich einiges über das sogenannte "Stierenloch" gehört habe und auch die ungefähre Lage unterhalb des Roggenstock`s erfahren hatte, machten wir uns eines Nachmittags auf die Suche und wurden schliesslich auch fündig. Natürlich waren wir für einen derart tiefen Spalt nicht ausgerüstet und ein Blick in die Tiefe endete in absoluter Dunkelheit. Klar das wir beschlossen, noch einmal mit entsprechender Ausrüstung, hierher zu kommen.

Ende November war es dann soweit, zwar war in der Zwischenzeit der Winter eingekehrt und hatte uns etwa einen halben Meter Neuschnee gebracht. Dies erschwerte natürlich unser Vorhaben etwas, wir liessen uns jedoch nicht mehr davon abbringen und starteten um die Mittagszeit. Das war zwar etwas spät, doch es war ja nicht sehr weit. Trotzdem benötigten wir für die etwa 500 Höhenmeter fast zwei Stunden, danach begannen die Vorbereitungen für den Abstieg ins Ungewisse. Es war etwas unangenehm, bei diesen eisigen Temperaturen, die warme Skibekleidung gegen die Höhlenkleidung auszutauschen. Es brauchte einige Zeit, bis wir uns vorbereitet hatten und Stefan sich als Erster ins Seil hängen konnte. Nach einigen Minuten war ich an der Reihe, etwas skeptisch montierte ich meine automatische Abseilbremse. Ich wusste noch nicht ob die Seilbremse bei diesen Bedingungen auch optimal funktioniert und genügend Bremswirkung hat. Ein kurzer Test bestätigte mir die einwandfreie Funktion, nun noch einen kontrollierenden Blick an meinen Klettergurt und die Steigklemmen, ohne diese Steigklemmen gäbe es kein Zurück mehr. Der Schacht war ziemlich vereist und ich rutschte immer wieder ab, nach etwa 25 Metern abseilen hatte ich dann wieder festen Boden unter den Füssen. Ich stand in einer grossen Halle, der Boden war mit Geröll und leider auch mit viel Abfall bedeckt. Offensichtlich nahmen sich hier einige Leute die Mühe ihren Abfall herauf zu schleppen und anschliessend in den Schacht zu werfen. Ich möchte mich nicht weiter über diese Leute äussern, es soll sich doch jeder selber ein Urteil bilden!

Neben dieser, doch unerfreulichen Tatsache, sahen wir wenigstens noch einige schöne Eisgebilde. Wir suchten noch einige Zeit nach einer eventuellen Fortsetzung, ein enges Loch lies uns noch einmal hoffen. Nachdem Stefan sich durch das kleine Loch zwängte, war aber klar, dass es auch hier keine Fortsetzung gab. Wir vermuten, dass es sich hier um eine Art Doline handelt. Wahrscheinlich müsste man Tonnen von Geröll wegräumen, um eventuell auf ein Höhlensystem zu stossen.

Nun wurde es aber langsam Zeit wieder den Rückweg anzutreten, diesmal machte ich den Anfang und montierte meine Steigklemmen. Der Aufstieg bereitete keinerlei Schwierigkeiten. Aber nun musste es schnell gehen, war es doch schon sehr spät und um einiges kälter geworden. Aufräumen, einpacken und umziehen in Rekordzeit, nur das anziehen der kalten Skischuhe bereitete mir einige Mühe. Die Abfahrt in der Dämmerung und dem schweren Rucksack war auch noch zu bewältigen, diese verlief trotz der etwas schlechten Schneeverhältnisse, problemlos!

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Red. WBi Februar 2002